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Wie kann man Feuerkrebs effektiv vorbeugen?

Christina Hornbacher
Christina Hornbacher

Als Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau ist man im Einsatz mit den unterschiedlichsten Gefahren konfrontiert. Die Arbeit in diesem Beruf bzw. dieser Berufung erfordert unter anderem Mut, körperliche Fitness sowie mentale Stärke. Feuerwehrleute sind oft als erste am Ort des Geschehens und müssen schnell handeln, um Leben zu retten und Schäden zu minimieren. Dabei sind sie selbst hohen Risiken ausgesetzt und setzen oft ihr eigenes Leben aufs Spiel.

Wichtig ist daher vor allem, dass diese Risiken für die Einsatzkräfte so gering wie möglich gehalten werden. Die richtige Verhaltensweise im und nach dem Einsatz aber auch die ordnungsgemäße Schutzkleidung sowie die Pflege und Behandlung dieser spielen hier u.a. die wichtigsten Rollen.

Neben der Gefahr, die durch Feuer und Flammen selbst ausgehen und zu lebensbedrohlichen Situationen führen können, wenn diese außer Kontrolle geraten, ist auch eine Rauchvergiftung eine mögliche Gefährdung. Der Rauch enthält giftige und gesundheitsschädliche Substanzen. Somit sind Atemschutzmasken sowie die persönliche Schutzkleidung (kurz PSA) zur Protektion der Lebensretter:innen essenziell. Was oft vergessen bzw. nicht beachtet wird: Auch nach einem Einsatz können Rauchgasrückstände schwerwiegende gesundheitliche Auswirkungen haben.

Kann die PSA von Feuerwehrleuten dekontaminiert werden?

Der Oxy3-Car wurde für die Geruchsbeseitigung und Desinfektion von Autoinnenräumen konzipiert. Die Anwendungsbereiche dieses High-Tech-Produktes sind aber durchaus weitreichender: Neben dem Einsatz von Polizeiautos wird das Hygienegerät nun auch im Sektor der Feuerwehren verwendet.

Besonders groß ist das Interesse vor allem an der Dekontamination der persönlichen Schutzausrüstung, die nach Brandeinsätzen mit gefährlichen Rauchgasrückständen belastet ist und fatale Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann.

Wie gefährlich ist Feuerkrebs?

Neben Herzkreislauferkrankungen und posttraumatischen Belastungsstörungen, die durch Einsätze jede:n Helfer:in treffen können, gibt es bei Feuerwehrleuten auch ein erhöhtes Risiko an Krebs zu erkranken. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) hat die Arbeit von Feuerwehrleuten als höchst krebserregend eingestuft.

Mittlerweile bestehen Einrichtungsgegenstände und Möbel nicht mehr nur aus Holz, sondern überwiegend aus Bau- und Kunststoffverbindungen. Diese Materialen weisen nicht nur ein andres Brandverhalten auf, welches berücksichtigt werden muss, sie setzen auch mehr giftige und krebserregende Substanzen im Brandfall frei.

Laut Studien haben Feuerwehrleute bereits nach wenigen Jahren im Einsatz eine 30% höhere Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken (Quelle: https://feuerkrebs.de/).

Verantwortlich hierfür sind PAKs (Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe), die bei fast jedem Brand freigesetzt werden. PAKs können über die Atemwege aber auch über die Haut in den Körper aufgenommen werden. Neben der direkten Gefahr beim Brandherd ist auch eine erhebliche, spätere Gefahr durch verunreinigte Feuerwehrkleidung, Oberflächen (z.B. Autositz) und Gegenstände (z.B. Werkzeug) gegeben. Man spricht auch von der sogenannten „Kontaminationsverschleppung“, weswegen die Einsatzhygiene eine wichtige Rolle spielt. Das Ablegen und Wechseln der kontaminierten PSA, sowie die Reinigung des Körpers (zB. gründliches Duschen) sind die ersten wichtigen Schritte zur Vorbeugung. Im Anschluss sollte die Dekontamination der PSA erfolgen.

Gibt es ein einfaches und effektives Mittel gegen Rauchgasrückstände?

Im Zuge dessen, dass der Oxy3-Car im Feuerwehrbereich für die Behandlung von Einsatzfahrzeugen verwendet wurde, wurden wir auch mit der Frage konfrontiert, ob ein Abbau der eben erwähnten PAKs mit dem Oxy3-Car möglich sei. Dieses Problem bzw. die damit einhergehende Fragestellung haben wir zum Anlass genommen, diesbezüglich Tests durchzuführen.

Mit dem Oxy3-Car-Verfahren wurden PAK kontaminierte Kleidungsstücke in einem Schrank behandelt. Bei allen Versuchen konnten die PAKs in nur 90 min. unter deren Bestimmungsgrenzen abgebaut und somit Abbauraten > 98% erzielt werden.

Die prinzipielle Eignung kann somit bestätigt werden. Weitere Versuche folgen, um das Verfahren auf den PAK-Abbau hin zu optimieren.

Mehr Infos zum Oxy3-Car finden Sie hier.

Christina Hornbacher