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Ist Amazon wirklich immer der Bad Guy?

Eine kleine geöffnete Pappschachtel mit der Aufschrift "Online Shopping" steht auf einer Laptop-Tastatur
Christina Hornbacher
Christina Hornbacher

3 Tipps wie Händler:innen mithilfe von Amazon unterstützt werden können und man im besten Fall auch noch Geld dabei sparen kann.

Vor allem in den letzten Jahren stand Amazon oft in der Kritik: Schlechte Arbeitsbedingungen, Abzocke von Händler:innen, das Milliarden-Vermögen von Jeff Bezos, Steuerflucht, uvm.
Gibt es aber auch positive Aspekte des Online-Handel-Monopolisten?
Wir geben einen Einblick und teilen unsere Erfahrungen mit Amazon und wie man als Kund:in unserer Meinung nach Amazon sogar mit gutem Gewissen nutzen kann.

Prime vs. Marketplace


Hier muss man wissen, dass es – neben anderen Möglichkeiten – grundsätzlich 2 große Unterschiede beim Verkauf von Produkten auf Amazon gibt: Bei Prime schickt man ein Kontingent seiner Produkte an ein Lager von Amazon, wo dann auch der Versand zum/zur Kund:in abgewickelt wird. Beim Marketplace werden die bestellten Produkte direkt vom/von der Händler:in (uns) verkauft, nachdem die Bestellung eingegangen ist.

Wieso ist für uns als Händler der Marketplace die bessere Alternative?
Prime-Produkte werden grundsätzlich weiter oben bei Amazon angezeigt und haben für Käufer:innen den großen Vorteil, dass Versandkosten entfallen. Für Händler:innen haben sie aber einen höheren Preis: Zu den Standard-Gebühren, die an Amazon entrichtet werden müssen, fallen außerdem Kosten für die Lagerung und den Versand an.
Amazon senkt durch das verlängerte und kostenlose Rücksenderecht häufig für Endverbraucher:innen die Schwelle, mit Produkten in einem angemessenen Rahmen umzugehen. Daher kommen bei Prime-Sendungen vermehrt Retouren über das Zentrallager in unbestimmten Zustand zurück, die man zum Teil nicht weiterverkaufen kann, weil die Artikel durch unsachgemäßen oder unvorsichtigen Gebrauch beschädigt wurden. So kam es schonmal vor, dass wir Produkte mit durchgeschnittenen Kabeln als Rücksendung erhalten haben, ohne den/die Absender:in zu kennen. Wegen diesem und anderer Vorfälle haben wir uns dann dazu entschlossen, die Verkäufe nur über den Marketplace abzuwickeln.

Bei Marketplace-Verkäufen sieht es nämlich etwas anders aus: Durch das Einsparen zusätzlicher Lagerkosten sowie die Tatsache, dass man seit 2021 Rückerstattungen erst nach Retouren-Eingang (und Produktbegutachtung) durchführen kann, können so anfallende Zusatzkosten zumindest reduziert werden.
Dennoch schwimmt man auch als Marketplace-Verkäufer:in im „System Amazon“ mit. Wie kann man daher als Käufer:in einen Unterschied machen?

Ein Finger tippt auf ein Tablet-Display, auf dem amazon.com geöffnet ist

Amazon als Suchmaschine

Für Händler:innen ist Amazon (leider) deshalb so extrem wichtig, weil über die Amazon-Suchleiste die meisten Produkte gesucht werden, wenn man eine konkrete Kaufabsicht hat. Von „FFP2 Maske schwarz“ bis hin zu „Geschenk für Mama“ hat man entweder schon eine konkrete Vorstellung oder zumindest eine Richtung, in die es beim Kauf gehen soll.

Wie kann man nun Händler:innen beim Kauf unterstützen?
Gerade bei Marketplace-Produkten stehen oftmals kleinere Firmen dahinter. Diese findet man, wenn man nicht gleich die vorgeschlagenen „Bestseller“ aus der ersten Anzeige-Reihe betrachtet (zur Erinnerung: Marketplace Produkte werden nicht so gut „gerankt“, wie Prime-Artikel und daher weiter unten bzw. hinten angezeigt). Oft lohnt es sich daher, weiter runter zu scrollen.
Wenn man dann bei einem Produkt fündig geworden ist, kann man versuchen, es außerhalb von Amazon, über die Google-Suchleiste direkt zu finden. Viele kleine Betriebe haben – so wie die pro aqua beim Aquarium-Fresher – einen eigenen Online-Shop.
Kauft man also direkt beim Online-Shop des Händlers, hat man Amazon als Suchmaschine genutzt, unterstützt den Betrieb (Wegfall der Abgaben an Amazon) und hat im besten Fall gleichzeitig auch noch etwas gespart (Angebote/Sale im Webshop, Wegfall von Versandkosten, die bei Marketplace-Käufen anfallen können, größere Auswahl, etc.). Quasi eine Win-Win-Situation, die lediglich etwas Zeit in Anspruch nimmt.
Gibt es noch eine Möglichkeit, um Amazon „sinnvoll“ zu nutzen?

Amazon als Feedback-Instrument

Eine der großen Vorteile für Endkund:innen ist, dass man bei Amazon Rezensionen und Sternebewertungen einsehen kann, die bereits vor dem Kauf einen Überblick darüber geben, ob ein Produkt das hält, was es verspricht oder nicht. Diese Tatsache ist auch ein riesiger Vorteil für die Verkäufer:innen – sofern die Produkte auch fair beurteilt werden – da gute Bewertungen natürlich eher dazu anregen, ein Produkt zu kaufen.
Daher der Appell: Gute Erfahrungen haben Feedback verdient! Wenn man also zufrieden ist, auch gerne einmal eine kurze Rezension schreiben und Sterne vergeben. Hohe Sternebewertungen spielen Marketplace-Verkäufer:innen außerdem deshalb in die Hände, weil es sich auf die Position der Produkt-Anzeige positiv auswirken kann.
Profi-Tipp: Man kann Produkte mittlerweile auch bewerten, wenn man sie nicht bei Amazon erworben hat.

Fazit:

Amazon ist für Händer:innen nicht nur irrsinnig viel Aufwand beim Einrichten und in der täglichen Bedienung, es ist auch mit hohen Abgaben verbunden und man begibt sich als Verkäufer:in immer in eine gewisse Abhängigkeit.
Dennoch bietet Amazon auch ein großes Potential, um Sichtbarkeit zu erlangen und mit guten Produktbewertungen ins Visier von potentiellen Kund:innen zu kommen. Wenn man nicht auf Amazon verzichten möchte, kann man mit einem etwas bedachteren Umgang trotzdem kleinere aber auch größere Händler:innen unterstützen.

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